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PRESSEBERICHT - 25.07.2008

Westline - Stimberg Zeitung / Jochen Börger

" Über 300 000 Kriegsopfer sind bereits verzeichnet "
Wenn jemand vor fünf Jahren zu Ludger Bäumer gesagt hätte, dass dieses Engagement weltweit eine solche Resonanz hervorrufen würde, er hätte ihn wahrscheinlich für verrrückt erklärt. Doch sein Internet-Projekt ist längst mehr als ein Insider-Tipp..

 Immer umfangreicher wird die Internet-Präsenz, die Ludger Bäumer zum Thema Weltkriegsopfer eingerichtet hat..

"Der 51-jährige Oer-Erkenschwicker sagt, dass er den Weltkriegstoten ein Gesicht gibt. In fein säuberlicher Arbeit listet er im Netz unter www.weltkriegsopfer.de auf. Aber längst nicht mehr allein, inzwischen stehen Bäumer bis zu 20 ehrenamtliche Mitarbeiter zur Seite.

Das Projekt bietet eine komplette Auflistung aller Friedhöfe in 106 Ländern der Welt, auf denen deutsche Opfer beider Weltkriege aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts begraben sind. Und mittlerweile sind auch niederländische und englische Kriegtote erfasst. Aufgelistet sind auf der sehr übersichtlich gestalteten Seite zurzeit 13021 Friedhöfe und 302 503 Kriegsopfer. Und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.

Spurensuche leicht gemacht für Forschung in 106 Ländern

OER-ERKENSCHWICK. (job) Internet-Freunde klatschen begeistert in die Hände, Hobby-Historikern geht das Herz auf. Aber kaum jemand vermag richtig zu erahnen, wie viel Arbeit dahinter steckt, wenn Ludger Bäumer und seine 20 freiwilligen Helfer auf Spurensuche gehen. Seit fünf Jahren. Mit einer riesigen Resonanz - .

Die Suche nach Weltkriegsopfern, die der heute 51-Jährige 2003 begann, entwickelt sich zu einer weltweiten multimedialen Erfolgsgeschichte. Kleines Rechenbeispiel gefällig? Am 20. Juli jährte sich das Internet-Projekt zum fünften Mal. Eingegeben wurden bis dahin 301 206 Kriegsopfer. In insgesamt 1825 Tagen sind somit 165 Kriegsopfer täglich erfasst worden.

Allein könnte Bäumer diesen Wust längst nicht mehr bewältigen. Am Anfang arbeitete er sich noch ganz allein durch das Material. Inzwischen unvorstellbar. 20 ehrenamtliche Helfer machen aber via Internet mit und sorgen für eine umfassende und übersichtliche Darstellung. Man hat sich im Netz kennen gelernt und mit einem enormen Arbeitspensum eine inzwischen international beachtete Plattform geschaffen. "Ohne diese Helfer wäre ich nie so weit gekommen", bilanziert Bäumer in seinem Arbeitszimmer in seiner Wohnung an der Ewaldstraße 82 und denkt beispielsweise an Helfer wie Agnes Moosmann aus Tübingen. Eine 82-jährige Dame, die nunmehr seit vier Jahren tagein, tagaus Daten einträgt. Oder Jean-Charles Balla, der für eine möglichst komplette Auflistung von Friedhöfen und Kriegsopfern in seiner französischen Heimat sorgt. Es sind nur zwei von vielen Beispielen, die den Erfolg garantieren.

"Erst sollte nur Deutschland erfasst werden. Dass das Projekt so ausgebaut werden könnte, hätte ich nie gedacht", sagt der Gründungsvater. Andere mögen Ähnliches im Kopf gehabt haben. Heute huscht aber ein Lächeln über Bäumers Gesicht. "Am Anfang meinten doch fast alle, der hat 'nen Knall", erzählt er. Die Reaktionen im Gästebuch, die Zugriffszahlen - all das widerlegt die Behauptung längst.

Und so sind es inzwischen Friedhöfe in 106 Ländern und die dort begrabenen Kriegsopfer, die dort erfasst sind. Nahezu im Stundentakt verändert sich übrigens auf der Startseite die Statistik über erfasste Friedhöfe und Opfer. Pausen gibt es kaum. Bäumer: "Bei uns wird eben auch nachts gearbeitet." 

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