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Historie

ONLINE-GEDENKBUCH / Ehrenmal der Bundeswehr

Die schwersten Unglücke bei der Bundeswehr

  • 03.06.1957 - 15 Soldaten ertranken während einer Übung, bei der Überquerung der 40 bis 60 Meter breiten Iller bei Hirschdorf im Allgäu.
  • 14.01.1959 - 8 Heeresflieger-Soldaten des Bundeswehr-Flugplatzes Fritzlar fanden beim Absturz einer Vertol H 21 am Knüllköpfchen (634 m) in Hessen den Fliegertod.
  • 09.04.1964 - 8 Soldaten wurden auf dem Truppenübungsplatz Bergen-Hohne bei Celle von einer verirrten Mörsergranate zerrissen.
  • 14.09.1966 - 19 Besatzungsmitglieder des U-Boot "Hai"  finden in der  der Nordsee den Tod. Das U-Boot sinkt bei einer Überwasserfahrt, da bei schwerem Wetter Wasser durch den Schnorchel in das Schiff gedrungen war.
  • 12.02.1969 - Zehn Soldaten sterben beim Absturz eines Transportflugzeuges der Luftwaffe auf ein Haus bei Erding in Oberbayern.
  • 07.07.1970 - 4 Soldaten sterben weil ein Bundeswehrhubschrauber bei Berchtesgaden in Telefondrähte gerät und abstüzt.
  • 09.02.1975 - Eine Transall-Bundeswehrmaschine zerschellt beim Anflug zu einer Nato-Übung an einer Felswand  vor Kreta. 7 Besatzungsmitglieder und 35 Soldaten die in der Süderbaruper Thornsberg-Kaserne untergebracht waren, kamen ums Leben.
  • 11.05.1990 - 10 Insassen einer Transall sterben als die Maschine während eines Übungsfluges bei Lohr am Main in ein Waldgebiet im bayerischen Spessart abstüzt.
  • 06.06.1996 - 7 Soldaten sterben als eine Bell UH-1 D der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums bei einem Rundflug über Dortmund südlich der Stadt in ein Waldstück abstürzt. Von den 14 Insassen überlebt nur einer. An Bord waren auch sechs junge Leute, die auf der Jugendmesse einen Freiflug gewonnen hatten.

Das Ehrenmal der Bundeswehr ist der zentrale Ort, an dem aller Angehörigen der Bundeswehr, die in Folge der Ausübung ihrer Dienstpflichten für die Bundesrepublik Deutschland im In- und Ausland ihr Leben ließen, gedacht wird.

Die vom Münchener Architekten Prof. Andreas Meck entwickelte künstlerische Konzeption des Ehrenmals folgt der schlichten Form eines rechteckigen Baukörpers aus Stahlbetonfertigteilen (8 Meter Tiefe x 32 Meter Breite und 10 Meter Höhe). Durch ein verschiebbares Wandelement kann das Ehrenmal entweder zur Hildebrandstraße oder zum Paradeplatz des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) abgeschlossen werden. Öffentliches und privates Trauern und Gedenken sind so gleichermaßen möglich.

Über die Stahlbetonkonstruktion ist ein feines durchbrochenes „Bronzekleid“ gelegt. In dieses Bronzekleid sind halbovale Formen gestanzt, die in parallel verlaufenden, waagerechten Bändern die Hülle durchbrechen. Die halbovalen Öffnungen zitieren die Form der Erkennungsmarke, die jeder Soldat im Dienst trägt. Die durchbrochene, halbe Erkennungsmarke steht für den gestorbenen Soldaten. Die Anordnung der ausgestanzten Marken in der Bronzehülle folgt einer Codierung, die dem Morsealphabet entlehnt ist und das Gelöbnis der Wehrpflichtigen, den Eid der Zeit- und Berufssoldaten sowie den Amtseid der Bundesbeamten wiedergibt.

Geborgen unter der Bronzehülle befindet sich der Raum der Stille („Cella“): Das Innere ist schwarz, die realen Raumgrenzen verschwimmen, dem Betrachter eröffnet sich ein entmaterialisierter Raum. Der Blick ist auf das Wesentliche gerichtet.

 Licht strahlt durch das Oberlicht und durch das Bronzekleid in das Innere und erzeugt ein Schattenspiel aus halben Erkennungsmarken.

Die strenge Ordnung des Raumes erfährt eine Irritation: die letzte Bodenplatte hat sich aus der Ordnung gelöst. Die Kraft, mit der sich scheinbar der Boden herausgeschoben hat, steht für das Ausmaß der Gewalt und des Unglücks, welches ein Menschenleben hat enden lassen. Die Verwerfung verweist auch auf die Trauernden, Hinterbliebenen, Freunde  und Kameraden, deren Leben durch den Verlust eines Menschen bildlich aus den Fugen geraten ist.

Beim Verlassen des Raumes der Stille zeigt sich dem Besucher in der Ansichtsfläche der horizontal über dem Zugang liegenden Betonplatte die körperlose Schrift aus Licht, welche in wechselnder Folge die Namen der zu ehrenden Toten wiedergibt.

Der Blick wird anschließend auf eine gold schimmernde Wand gelenkt. Gold steht für das übernatürliche und die daraus resultierende „Hoffnung“ in allen Kulturen. Auf der goldenen Wand ist die Widmung zu lesen:

„DEN TOTEN UNSERER BUNDESWEHR FÜR FRIEDEN, RECHT UND FREIHEIT“

Sie greift noch einmal den Leitgedanken des Ehrenmals auf: Das ehrende Gedenken an alle Angehörigen der Bundeswehr, die an den direkten oder indirekten Folgen bei der Ausübung ihrer Dienstpflichten für die Bundesrepublik Deutschland gestorben sind.

BMVg, Presse und Informationsstab, September 2009

Quelle: Legendentafel neben dem Ehrenmal

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