Der Friedhof wurde von 1959 bis 1964 vom VDK angelegt und im Mai 1965 eingeweiht. Fünf bogenförmig ansteigende Terrassen prägen diese Anlage, die zwischen Zypressen und Pinien errichtet wurde. Auf der Bergkuppe erhebt sich ein elf Meter hohes Kreuz aus Schmiedebronze. Dahinter liegen die Kameradengräber. Große Steinplatten verzeichnen die Namen derer, die mit Gewissheit unter den hier Bestatteten ruhen. Nach dreijähriger Unterbrechung des Pflegeeinsatzes arbeiten nun (2006) zum erstem Mal Reichenhaller Soldaten auf diesem Friedhof.
Auf dem Soldatenfriedhof der drei Kilometer nördlich der Stadt Cassino liegt haben 20.057 deutsche Soldaten ihre letzte Ruhe gefunden. Diese sind bei den schweren Kämpfen rund um den Monte Cassino im Frühjahr 1944 ums Leben gekommen. Soldaten vieler Nationen haben hier gekämpft. Deutsche, Amerikaner, Engländer, Franzosen, Kanadier, Polen, Italiener, Neuseeländer und Inder. Daher spricht man auch von der „Vielvölkerschlacht“ des Zweiten Weltkrieges.
Ausgangspunkt für die Kämpfe waren die Alliierten Truppenlandungen Ende 1943 im Raum Salerno südlich von Neapel. Ziel dieser Landung war es, auf Rom vorzustoßen und die deutschen Truppen weiter in Richtung der Alpen zurückzudrängen. Deutsche Kräfte hatten jedoch quer durch den italienischen Stiefel auf der Höhe von Cassino einen Sperrgürtel, die sogenannte „Gustav-Linie“ errichtet, die die Alliierten an ihrem Vordringen hindern sollte. So kam es, dass sich von Mitte Januar bis Mitte Mai 1944 Truppen der Achsen- und Alliiertenmächte im Raum Cassino gegenüberstanden. Innerhalb von vier Monaten kam es zu drei großen Schlachten rund um Cassino, bei denen auch das jahrhundertealte Benediktinerkloster auf dem Monte Cassino zerstört wurde. Schlussendlich mussten sich die dort eingesetzten deutschen Kräfte trotz zäher Verteidigung aufgrund der personellen und materiellen Überlegenheit der Alliierten zurückziehen. Erschreckend war nicht nur die kulturelle Zerstörung der Abtei, sondern vor allem die hohe Anzahl der Toten, Vermissten und Verwundeten. Insgesamt spricht man von cirka 35.000 Toten die im Frühjahr 1944 auf beiden Seiten ihr Leben ließen. Auch Einheiten aus dem Berchtesgadener Land waren an den Kämpfen um Cassino beteiligt.
Reichenhaller Soldaten führten Pflegeeinsatz auf deutschem Soldatenfriedhof in Cassino / Italien durch. Am 4. September 2006 wurden zehn Soldaten des Einsatz- und Ausbildungszentrums für Gebirgstragtierwesen 230 unter der Führung des Ausbildungsoffiziers der Einheit, Oberleutnant Martin Hillebrand, nach Süditalien verlegt, um dort einen zweiwöchigen Pflegeeinsatz auf dem deutschen Soldatenfriedhof Cassino durchzuführen. Auftrag der Soldaten wird es sein, rund um den Friedhof Pflegearbeiten durchzuführen. Darunter fallen Streicharbeiten eines Besucheraufenthaltraumes und die Instandsetzung von Gehwegen.
Neben den Arbeiten auf dem Friedhof (10 Stunden am Tag), standen aber auch Gespräche mit Soldaten der italienischen Armee, Besuche von militärhistorischen Museen und eine Stadtführung in Neapel auf dem Programm.