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"Explosionsunfall"
Norwegen, 30. Aug. 1945

DIE POLIZEI
Polizeiamt: Namdal
Ort und Datum: Namsos, den 4. Juli 1975
Schreiber des Berichts: Oberwachtmeister Helge Grydeland.
Dienstort: Namdal Polizeiamt, Namsos

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(Bild l.): Erich Winterberg

Deutscher Staatsangehöriger

geb. am 14.10.1917

gestorben am 30.08.1945 in Klinga 

Bestattet in Trondheim, Reihe17 Grab 60

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Ich habe mit dieser Sache etwas gearbeitet und kann folgendes mitteilen:
Am Donnerstag den 30. August 1945 um11.20 Uhr rief die norwegische Militärwache in Klinga an und meldete, dass 6 Deutsche etwa um 11.15 Uhr desselben Tages durch einen Exlosionsunfall ums Leben gekommen waren. 
Der Ubfall war in der Nähe eines Munitionsschuppens am Hof des Herrn Arne Klingens geschehen. Die Militärwache nahm an, dass ein Paar Kisten mit Granaten beim Laden eines Lkws explodiert waren. 

Noch 4-5 Personen wurden ernsthaft verletzt. Ich beziehe mich auf die beigefügte Kopie des Wachejournals des Namdal Polizeiamts betr. Nr.263/45. Schriftliche Aufzeichnungen über den Unfall können bei diesem Polizeiamt nicht gefunden werden. Z.B. kann nicht gesehen werden, dass der Unfall in den Verfahrensjournalen der Polizei registriert ist.

Der Unfall ist auch nicht beim Namsos Landratsamt behandelt worden, in dessen Bezirk Klinga liegt. Kein deutscher Staatsangehöriger wurde am 30.08.1945 oder an einem der nachfolgenden Tage in das Namdal Krankenhaus, Namsos, eingeliefert. Der Unfall wurde auch nicht in nder damaligen einzigen Zeitung des Bezirks - Fellesbladet Nordtronderen og Namdalen,- erwähnt. Der Grund warum die Sache nicht von den zivilen Behörden behandelt wurde, ist wahrscheinlich, dass die Sache damals als eine innere militäre - deutsche oder alliierte - Angelegenheit angesehen wurde.

Der derzeitige Polizeioffizier am Namdal Polizeiamt - Gunnar Gjone - ist angefragt worden. Er kann sich keiner Einzelheiten über den Unfall erinnern, erinnert aber, dass er einige Zeit nachher an Ort und Stelle des Unfalls war.

Ein Polizeibeamter, später Oberwachtmeister am Namdal Polizeiamt, der jetzige Rentner Norvald Nordbotten, Namsos, war zusamen mit Polizeioffizier Gjone am Ort des Unfalls. Nordbotten meint zu erinnern, dass der Unfall ungefähr wie folgt geschehen sei:
Ein Munitionslager, vielleicht Bunkers, sollte geleert werden und die Munition auf einen Lkw aufgeladen, der in der Nähe parkiert war. Die Überführung der Munition geschah durch eine sogenannte Lieferkette. Es ist nicht bekannt was für welche Munition weggebracht wurde, auch nicht ob sie abgesichert war. Während etwas Munition von Mann zu Mann unterwegs vom Lager bis zum Lkw war, fand die Explosion statt, es war mit anderen Worten etwas von der sich in Bewegung befindlichen Munition, die explodierte. 

Der Fahrer ALF KLINGEN, geb. am 10.06.1915, wohnhaft in Klinga teilt mit, nachdem er auf meine Bitte einige Untersuchungen vorgenommen hatte:
Er könne die Stelle des Unfalls nachweisen. Sie liegt etwa 1km östlich der Straße R17 am Weg gegen Bagdalen auf der Landwirtschaft des Bauers Arnt Klingen. Fahrer Klingen ist bereit, den Ort zu zeigen, falls gewünschtz. Klingen hat erfahren, dass 4 Deutsche sofort tot waren, und dass 3 schwer verletzte an das deutsche Lazarett in Overhalla transportiert wurden. Klingen kannte Winterberg oder wusste, wer er war, der zur Zeit des Unfalles in einem Lager in Spillum wohnen sollte. Winterberg war nach dem Unfall nicht mehr zu sehen, und Klingen nimmt an, dass er umgekommen ist. Klingen kannte keine Namen von den anderen im Unfall umgekommenen.

Major Hyldmo, DKT, Trondheim, hat auf die Anfrage die militäre Archive in Trondheim durchgesehen, ohne irgendetwas über diesen Unfall zu finden. Er teilte mit, dass die Arbeit in Klinga unter britischer Leitung ausgeführt wurde. Major Hyldmo meinte, dass der damalige Major Westphal - späterhin eine Art Chefinspektor in der Wehrmacht, und auch ein anderer Soldatz, Feuerwerker Hannes Stoecher, möglicherweise Auskünfte über den Unfall erteilen können. Näheres über die beiden genannten Deutschen war Major Hyldmo nicht bekannt. Der genabbte Stoecher soll mit der Kontrolle von deutschen Munitionslagern in Norwegen zu tun haben. Er sei nach dem Krieg in US.Dienst in Deutzschland gewesen und dürfte heute ein Herr von etwa 70 Jahren sein.

Das deutsche Lazarett in Overhalla während des Krieges und nach dem Krieg hauste in der jetzigen Haushaltschule in Namdal. Leite des Lazarett soll gegen Ende des Krieges ein etwa 50-jähriger Chemiker namens Schlimm sein. Andere Namen, die in Verbindung mit diesem Lazarett erwähnt wurden, sind Hauptmann Berlemann - Leiter vom Anfang des Krieges an - und erster Offizier Blaudorn. Diese Namen kommen vor ohne dass etwas über die Personen ermittelt werden kann.

Wenn der Sohn des verstorbenen Erich Winterberg es wünschen sollte, werde ich gern Kontakt mit z.B. dem oben erwähnten Fahrer, Alf Klingen vermitteln.


Helge Grydeland (gez.) 
Oberwachtmeister

 

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