28.03.1942 - Rußland
(Brief) Ihr Lieben! Heute ist nun Sonntag, da haben wir ja noch Zeit nach der Heimat zu schreiben. Wie ist es denn zu Hause noch. Ist alles beim Alten? Mir geht es noch gut. Hoffentlich ist es bei Euch noch dasselbe. Heute Morgen bin ich auf dem Markt gewesen und hab eingekauft. Ich habe mir 6 Eier für 6 M., 4 Pfd. Kartoffel = 5 M und ¼ Pfd. Marmelade= 2,50 M. Da könnt Ihr ja mal sehen, wie teuer hier alles ist, da kommt man mit seinem Wehrsold ja nicht aus, aber Ihr braucht mir kein Geld zu schicken, denn das hat ja doch keinen Zweck. Heute Mittag mache ich mir Kartoffel-Möhren untereinander gekocht und als Nachtisch Maispudding. In den kommt ein Ei und eine halbe Zitrone. Wie das schmecken wird, weiß ich noch nicht, denn bis jetzt habe ich es noch nicht probiert. Von unserer Küche die Verpflegung wird noch nebenbei verdrückt. Hier in Rußland ist jeder Landser sein eigener Koch, denn die Küche kann unsere hungrigen Mäuler nicht satt bekommen. Diesen Brief werdet Ihr wohl schnell bekommen, denn wir haben zwei Luftpostmarken bekommen, davon lege ich eine in diesen Brief, damit ich auch wieder schnell von Euch Post bekomme. Schreibt mir bitte, ob der Franz Ziogameck Euch schon meine Raucherkarte geschickt hat. Es ist jetzt 11 Uhr nach deutscher Zeit. Da wird Mutter sicher am Ofen stehen und für Euch das Mittagessen fertigmachen. In Deutschland wird es doch wohl sicher schon recht warm sein. Da werdet Ihr ja schon wohl ohne Mantel heute Nachmittag spazieren gehen können. Grüßt mir bitte alle Verwandten und Bekannte mit. Besonders recht viele Grüße an Gerd [Bruder], Ruth [Schwester] und an mein kleines Bübchen [Neffe].
Also recht viele Grüße und alles Gute Euer Alfred N.S. Das Essen und der Pudding hat mir recht gut geschmeckt-
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28.04.1943 - Im Osten
(Feldpostbrief) Ihr Lieben! Hoffentlich habt Ihr die Karte mit meiner neuen Feldpostnummer erhalten. Meine neue Feldpostnummer lautet: 0 49 12 B. Diese Nummer werde ich wohl nicht behalten, denn ich bin jetzt bei meiner Feldeinheit, wir liegen jetzt in Ruhe. Und wann es wieder losgeht, kann ich nicht sagen. Mir geht es sonst noch gut. Ihr braucht Euch um mich keine Sorgen zu machen. Hoffentlich klappt es mit Euch auch noch. Nun sind die Ostertage auch schon wieder vorüber. Wir haben hier sonst ganz schön gelebt. Ersten Ostertag des Morgens brachte unsere Quartierfrau uns einen Kuchen und eine Kanne Milch. Am zweiten bin ich ins Kino. Da wurde der Film „Großreinemachen“ mit Anni Ondra gespielt. Anschließend war auf dem Dorfplatz Tanz. Die Reg. Kapelle spielte auf zum Tanz, da hab ich noch einmal das Tanzbein geschwungen mit russischen Mädels, aber die können genau so tanzen wie unsere Mädels. Gestern abend bekamen wir alle ein großes Paket mit Kuchen. Das hat noch einmal geschmeckt wie zu Hause. Ich schicke Euch hier noch einmal 3 Luftpostmarken. Habt Ihr die beiden Paketmarken von mir nicht bekommen? Nun will ich schließen in der Hoffnung, daß Euch der Brief gesund erreicht. Grüßt Euch Euer Alfred
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09.05.1943 - Im Osten
(Feldpostbrief) Liebe Eltern und Gerd! Habe vorgestern das Päckchen und gestern den Brief mit der neuen Feldpostnummer vom 28.04. erhalten ich habe mich sehr darüber gefreut. Du schreibst in dem Brief, daß die Ostertage so schönes Wetter war mit Sturm und Regen, das kann ich nun nicht sagen. Bei uns war es so warm wie es bei uns in Deutschland lange nicht mehr war. Es war am 1. 35° warm. Da kannst Du Dir ja denken, daß man da ans Schwitzen kommt. Wegen dem Geldschicken brauche ich mich nicht zu erkundigen. Wenn Du kannst, deutsches Geld auf der Post aufgeben. Wenn Du diesen Brief erhältst, wird Vater ja schon wieder Im Westerwald sein. Da wird er sich ja noch mal richtig erholen können. Ich lese aber mit größten Erstaunen den Anhang vom Brief, worin Du schreibst, ich hätte geschrieben, ich wäre im Einsatz. Das ist nicht so. Ich bin jetzt nur bei meiner zuständigen Kompanie, und wir liegen in Ruhe, wenn es da wieder losgeht, weiß ich noch nicht.
Also mach Dir vorläufig noch keine Sorgen. Nun sei also recht herzlich gegrüßt von Eurem Alfred.
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08.06.19423 - Im Osten
(Feldpostbrief) Ihr Lieben! Habe Euren lieben Brief vom 21.5. und 27.5. dankend erhalten. Wie Du schreibst, liebes Mütterchen, habt Ihr ja jetzt erst mal wieder Post von mir bekommen. Ich verstehe das nicht, denn ich schreibe wenigstens jede Woche einen Brief. Hoffentlich bekomme ich das Päckchen, denn das Feuerzeug und das Taschenmesser kann ich gut gebrauchen. Wie Du in dem Brief schreibst vom Urlaub. Es wäre ja allzu schön, aber leider ist daran vorläufig nicht zu denken. Mir geht es sonst noch gut, bin noch gesund und munter. Wir liegen noch immer in Ruhe und es kann auch noch einige Zeit dauern. Hier sind furchtbar viele Fliegen, da kann man 50 kaputt machen, den nächsten Tag sind dafür wieder 100 neue da. Von dem 1. Paket waren noch alle Sachen gut und es hat mir alles prima geschmeckt. Das Bild habe ich erhalten. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Ich lege hier in diesen Brief zwei Päckchenmarken und zwei Luftfeldpost-. Die Luftpostmarken mußt Du allerdings auf einen Brief kleben, denn es müssen jetzt auf einen Brief zwei Luftpostmarken sein. Nun will ich schließen in der Hoffnung, daß Euch der Brief so erreicht wie er mich verläßt. Grüßt Euch recht herzlich Euer Alfred
Viele Grüße an Ruth, Gerd und an meinen kleinen Dieter
Auf ein frohes Wiedersehen!
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09.06.1943 - Im Osten
(Feldpostbrief) Ihr Lieben! Habe gestern abend Euren lieben Brief bekommen und habe mich sehr darüber gefreut. Der Brief war vom 30.5.43. Das Päckchen habe ich noch nicht erhalten, aber es wird doch wohl in den nächsten Tagen hier eintrudeln, auf den Kuchen freue ich mich ja jetzt schon. Der wird mir bestimmt gut schmecken. Es stimmt schon, was sie im Radio sagen, hier ist es verflucht heiß und es sind unheimlich viele Fliegen hier. Das die Tommis in Wuppertal waren, hatte ich im Wehrmachtsbericht gehört. Ich hatte schon Angst, Euch zu Hause wäre etwas passiert. Aber meine Angst war ja auch einmal grundlos. Tante Ida habe ich jetzt gerade eine Karte geschrieben. Heute Mittag bin ich ins Revier gekommen, aber Ihr braucht keine Angst zu haben, denn es ist so schlimm nicht. Das ist eine russische Krankheit. Meine ganzen Beine sind auf und jetzt am Eitern, aber stellt Euch das nicht so schlimm vor. Habe Euch gestern einen Brief geschrieben mit zwei Luftpost- und zwei Päckchenmarken. Nun will ich schließen in der Hoffnung, daß wir uns gesund zu Hause wiedersehen.
Grüß Euch von ganzen Herzen Euer Alfred
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15.06.1943 - Im Osten
(Feldpostbrief) Ihr Lieben! Habe gestern das Päckchen und den Brief vom 3.6. mit großer Freude erhalten. Der Kuchen hat mir herrlich geschmeckt. Der war noch prima frisch. Es war ein richtiger Pfingstkuchen. Über das Feuerzeug habe ich mich ganz besonders gefreut, denn das ist hier in Rußland mehr Wert wie Geld. Ich bin gestern Mittag wieder aus dem Revier entlassen worden. Es ist schon alles wieder verheilt. Ich habe Pfingsten sonst gar nicht schlecht gelebt. Wir bekamen Marketenderware von der Komp. 50 Zigaretten, 1 Paket Tabak, ½ Flasche Schnaps und ½ Liter Rotwein …. [Textteile fehlen] Wie Du mir schreibst, willst Du mir Geld schicken. Das hat keinen Zweck, denn wir sind wieder verlegt worden und da haben wir keine Möglichkeit mehr zum Geldausgeben. Aber wir liegen auch hier noch in Ruhe. Für heute nun Schluß und alles Gute wünscht Euch Euer Alfred Viele Grüße auch an Ruth und Dieterlein. Schickt mir doch bitte Feuersteine. Auf ein frohes Wiedersehen.
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20.06.1943 - Im Osten
(Feldpostbrief) Lieber Vater! Habe diese Woche Deinen lieben Brief mit großer Freude und vielen Dank erhalten. Da Du ja doch so wenig Zeit zu Schreiben hast, hat es mich ganz besonders gefreut, von Dir ein paar Zeilen zu erhalten. Ich bin sonst noch kreuzfidel und munter, was ich von Dir ja auch noch hoffe. Bloß macht uns hier die Hitze viel zu schaffen. Heute Mittag waren es wieder 56°, deswegen stehen wir auch schon um 3.30 Uhr auf und haben von 5 – 8 Uhr und von 3 – 6 Uhr Dienst. Mittags kann man nicht erstens die Hitze und dann die unheimlich vielen Fliegen. Sonst ist noch alles beim Alten. Wir liegen noch immer in Ruhe. Wie lange noch? Wenn ich noch auf Urlaub kommen sollte, würdet Ihr mich wohl alle nicht mehr erkennen, denn ich bin braun wie ein Neger. Heute abend ist bei uns die Regimentskapelle und anschließend ist Kino. Da will ich heute noch hingehen. Nun will ich schließen und in der Hoffnung, daß wir uns gesund wiedersehen grüßt Dich herzlich Alfred
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21.06.1943 - Im Osten
(Feldpostbrief) Ihr Lieben! Habe Euren Brief vom 8.6. mit großer Freude und vielen Dank erhalten. Habt Ihr schon das Päckchen erhalten? Es war eine Tube Zahnpasta, Tabak und meine Uhr. Bringt die Uhr zur Reparatur und schickt sie mir dann wieder. Wenn möglich mit einem neuen Riemen. Ich habe diese Uhr noch mal im Päckchen weggeschickt mit Zahnpasta und Tabak. Hoffentlich bekommt Ihr es. Wie Du schreibst, ist ja zu Hause mit den Rauchwaren nicht allzuviel los, da stehen wir uns ja besser, denn wir bekommen jeden Tag 6 Zigaretten oder Zigarren oder Tabak. Wenn ich an Rauchwaren etwas übrig habe, werde ich es Vater schicken. Liebes Mütterlein, hier kann man einen Kleidungsstoff gar nicht kaufen und wenn man mal was bekommen kann, kann man es nicht bezahlen. Schicke mir doch bitte Feuersteine und ein paar Dochte. Mit Urlaub wird es wohl vorläufig noch nicht gehen, also wird wohl noch einige Zeit dauern. Nun Schluß für heute und alles Gute und Schöne wünscht Euch von ganzem Herzen Euer Alfred Es ist schon wieder 51 Grad heiß
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23.06.1943 - Im Osten
(Feldpostbrief) Mein liebes Mütterlein! Habe gestern Deinen lieben Brief vom 3.6. mit großer Freude und recht vielen Dank erhalten. Es ist jedes Mal ein Fest für mich, wenn bei der Postverteilung ein Brief für mich dabei ist. Ich habe gestern noch einen Brief an Vater geschrieben, der muß ja mehr arbeiten wie er vertragen kann. Das kann er ja auf die Dauer gar nicht aushalten. Wie Du schreibst, ist Vater ja in den Westerwald gefahren, um für Dich und Ruth [Textteile fehlen] Es ist ja schade, daß ich jetzt nicht zu Hause sein kann, denn Erdbeeren kann man ja in diesem verdammten Rußland nicht bekommen, aber das ist ja nicht so schlimm, wenn ich wieder Zu Hause bin, kann man dieses ja alles nachholen. Wie Du damals schriebst, hat Vater ja für mich ein Taschenmesser ergattert. Du kannst es mir ja in einem 100 Gr. Päckchen schicken, denn das Messer kann ich gut gebrauchen. Wir haben gestern wieder 4 Luftpostmarken bekommen. Davon habe ich zwei auf den Brief geklebt und zwei lege ich in diesen Brief. Wenn Du noch bekommen kannst, dann schicke mir doch bitte mal ein paar Päckchen Brausepulver, denn hier vergeht man ja bald vor Durst. In der Hoffnung, daß Euch der Brief so antrifft wie er mich verläßt grüßt Dich von ganzem Herzen Alfred Viele Grüße auch an Vater, Gerd und viele, viele Küsschen für mein kleines Dieterlein. Gruß auch an alle Verwandten und Frau … [nicht lesbar].
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27.06.1943 - Im Osten
(Feldpostbrief) Liebe Eltern! Habe heute wieder mal einen Brief vom 19.06. mit Luftpost erhalten. Ich habe mich sehr gefreut, denn ich war diese Woche reichlich mit Post gesegnet. Ich habe diese Woche aber auch viel geschrieben, es ist jetzt der vierte Brief, den ich schreibe, dann kannst Du ja sehen, daß es nicht meine Schuld ist, wenn Ihr so wenig Post bekommt. Da müssen es schon die Flieger Schuld sein. Wie Du schreibst, hat ja Gerd und Vater eine Flasche Branntwein bekommen. Da freut sich Vater ja noch mal, denn das ist doch sicher jetzt etwas Seltenes. Wir haben gestern Abend auch einen ¼ Liter Schnaps und ½ Liter Wein bekommen. Hoffentlich gehen wir bald nach England herüber, damit wir den Tommi den A--- vollhauen können. Mir geht es soweit noch gut, was ich ja von Euch auch erwarte. Grüße bitte alle Verwandten und Bekannten mit. Nun will ich schließen in der Hoffnung, daß wir uns alle gesund wiedersehen. Grüßt Euch von ganzem Herzen Euer Alfred
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05.07.1943 - Im Osten
(Feldpostbrief) Liebe Eltern und Gerd! Da ich von Euch schon über eine Woche keine Post mehr bekommen habe, bin ich wohl gezwungen, Euch doch mal einige Zeilen zu schreiben. Ich hoffe, daß Euch der Brief bei guter Gesundheit antrifft wie er mich verläßt. Ich habe gestern auch einen Brief von Tante Henni bekommen. Ich habe ihn gerade jetzt beantwortet. Wie geht es Euch denn so. Kommt der Tommi noch immer so viel? Wir sind jetzt wieder mal umgezogen und da habe ich ein ganz tadelloses Quartier erwischt. Wir haben hier elektr. Licht, Holzfußboden, wo sonst fast überall gestampfter Lehmfußboden ist. Und hier ist er sogar gestrichen. Und dann haben wir unheimlich viele Blumen hier im Zimmer, hinter dem Haus einen richtigen Obstbaumhof. Ihr könnt das vielleicht nicht verstehen, wenn ich Euch das schreibe, aber so etwas trifft man hier in Rußland selten an. Nun will ich schließen, denn es ist schon 11 Uhr und ich bin richtig müde Also recht viele Grüße und alles Gute von Eurem Alfred
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07.07.1943 - Im Osten
(Feldpostbrief) Ihr Lieben! Habe Euren lieben Brief vom 25.6. mit vielen Dank erhalten. Wie Du schreibst, hast Du ja den einen Brief nicht erhalten, worin ich Dir geschrieben habe, dass ich ins Revier gekommen bin. Aber es ist doch halb so schlimm. Ich habe an den Füßen und an den Beinen Ausschlag gehabt, der an zu eitern anfing. Das ist eine russische Krankheit, aber ist nicht dasselbe wie ich schon mal gehabt habe. Wie Du da schreibst, habt Ihr ja schon die 15. Nacht Alarm gehabt. Das hält Vater ja gar nicht aus jede Nacht Alarm und bei Tag schwer arbeiten. Bestelle bitte Albin Seifert recht viele Grüße von mir. Wenn Du bekommen kannst, dann schicke mir doch noch mal bitte etwas Sacherin. Ich hab jetzt schon zwei Päckchen mit Tabak abgeschickt. Die müßten eigentlich schon da sein. Vom Vater habe ich bis jetzt einen Brief bekommen. Nun will ich schließen, denn es ist schon wieder 11.00 Uhr.
Also recht viele Grüße von Eurem Alfred
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10.07.1943 - Im Osten
(Feldpostbrief) Ihr Lieben! Habe gestern einen Brief vom 28.6. und den Luftpostbrief vom 4.7. schon vorgestern erhalten, ich habe mich sehr darüber gefreut. Es hat mich ja ganz besonders gefreut, daß Vater das Päckchen erhalten hat. Es ist jetzt noch eins unterwegs, also das zweite. Hoffentlich bekommt er das auch. Das mit der Uhr ist ja nicht so schlimm, aber Du kannst ja noch mal versuchen, ob Du die Uhr, die ich von Oma bekommen habe, reparieren lassen kannst. Was das mit mir war, habe ich jetzt schon in drei Briefen geschrieben. Aber das Gerd [Bruder] schon ein Mädchen hat, darüber habe ich mich ja köstlich amüsiert. Leider kann ich mit Urlaub vorläufig noch nicht rechnen, denn es geht der Reihe nach wie man den vorigen Urlaub gehabt hat. Wie ich aus dem einen Brief lese, hat Vater jetzt auch einen Brief bekommen von mir. Hoffentlich geht es Vater bald besser, denn das ist ja nichts mit dem Kranksein. Hoffentlich bin ich mit dabei, wenn wir den Engländern die Jacke vollhauen, denn wir brennen alle darauf, dem Tommi das zu vergelten, was er unserer Heimat angetan hat. In der Hoffnung, daß Euch der Brief bei bester Gesundheit erreicht, will ich schließen. Also auf recht frohes Wiedersehen. Es grüßt Euch recht herzlich Euer Alfred
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23.07.1943 - Im Osten
(Feldpostbrief) Meine Lieben!
Will Euch doch mal einige Zeilen schreiben, da ich bis jetzt keine Zeit dazu hatte, denn ich war inzwischen im Einsatz. Wie Ihr sicher im Wehrmachtsbericht gehört habt, waren ja an der ganzen Südfront bis hin zum Ural heftige Kämpfe. Ihr könnt es Euch ja gar nicht vorstellen, was es heißt, gegen die Russen zu kämpfen, denn das sind ja keine Menschen mehr. Das sind Bestien. Ich bin ja hier auch M.G. Schütze gewesen. Wir lagen als vorderstes M.G. in Stellung und waren am Schanzen, da griff der Russe überraschend an. Da mußten wir nun unsere Stellung räumen, weil wir uns als einziges M.G. nicht halten konnten. Nun springt mein M.G. Schütze zwei wieder vor und will den Ersatzlauf holen, den er hat liegenlassen. Es war in der Nacht, da hör ich auf einmal einen Hilfeschrei und die Russen haben meinen besten Kameraden erwürgt. Nun erschrecke aber bitte nicht, denn es ist halb so schlimm. Am nächsten Tag, den 21.07. morgens 4.30 Uhr bin ich durch einen Durchschuß des rechten Oberschenkels verwundet worden. Doch nun weine nicht, denn es ist ja doch einesteils besser, so bin ich doch wenigstens vorne aus der Sch---- raus und bin jetzt weit genug weg vom Schuß. Augenblicklich befinde ich mich auf dem Weg ins Lazarett. Schreib mir bitte nicht erst, bis das ich Dir meine neue Adresse mitgeteilt habe. Also recht viele Grüße und alles Gute sendet Euer Alfred Viele Grüße an Ruth und Dieter
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24.07.1943 - Im Osten
(Feldpostkurzbrief) Liebe Eltern und Gerd! Will Euch schnell einige Zeilen schreiben, denn ich habe ja jetzt wieder viel Zeit dazu. Wie ich Euch ja im vorigen Brief geschrieben habe, bin ich durch einen Durchschuß des rechten Oberschenkels verwundet worden. Aber macht Euch deswegen keine Sorgen, denn die Verwundung ist ja halb so schlimm. Und es ist ja einesteils besser als wenn ich vorne in der Scheiße liege. Sonst geht es mir noch gut und bin vergnügt und munter. Wie geht es Euch denn noch? Machen Euch die Tommis – diese Schweine – noch immer so viel zu schaffen. Hoffentlich kriegen die auch bald was aufs Haupt. Ich habe jetzt nicht viel Schreibpapier, denn mein ganzes Gepäck ist ja auf dem Fahrzeug, aber es wird wohl sehr wahrscheinlich heute etwas geben. Gestern war schon die N.S.V. und hat jedem eine Tüte mit Süßigkeiten gebracht. Grüßt bitte alle Verwandten und Ruth und Dieter mit. Schreibbitte vorläufig t noch an meine alte Feldpost N°. Also recht viele Grüße Euer Alfred
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05.08.1943 - Im Osten
(Brief) Ihr Lieben! Da Ihr ja sicher schon wieder sehnsüchtig auf Post von mir wartet, will ich Euch doch schnell ein paar Zeilen schreiben Macht Euch um mich keine Sorgen, denn die Wunde heilt ganz tadellos. Ich kann schon bald wieder laufen wie ein Wiesel. Jetzt bin ich schon bald 2 ½ Wochen hier im Lazarett. Das ist eine lange? Zeit. Wie Ihr sicher im Wehrmachtsbericht gehört habt, ist ja die 16. I. D. (mot) in der vorigen Woche zweimal lobend erwähnt worden. Das macht einen ja dann doch stolz, wenn man solch einer ruhmreichen Division angehört. Ich denke, daß ich in 14 Tagen wieder so weit bin. Wie geht es Euch denn noch. Hoffentlich seid Ihr doch noch alle gesund und munter, was ich aber ja auch schwer hoffe. Was machen die Tomis noch. Kommen diese Schw--- noch immer jeden Abend? Aber es kommt auch die Zeit, wo wir mit denen abrechnen werden, dann werden wir denen das doppelt und dreifach zurückzahlen, was sie uns angetan haben. Wie ist das Mutter, Du schriebst ja damals, daß Ihr in den Westerwald fahren wolltet. Hoffentlich ist daraus etwas geworden. Es wäre ja schön, wenn Ihr noch einmal richtig ausspannen könntet. Was macht Gerd denn noch ist der auch noch im Kriegseinsatz. Was macht Vater noch muß er noch immer so viele Stunden arbeiten, das hält er auf die Dauer ja gar nicht aus. Recht viele Grüße an alle Verwandten und Bekannten. Nun will ich schließen in der Hoffnung, daß wir uns recht bald wiedersehen grüßt Euch von ganzem Herzen Euer Alfred.
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14.08.1943 - Im Osten
(Feldpostbrief) [Kurzform] Ihr Lieben! Will Euch eben einige Zeilen schreiben. Mir geht es jetzt soweit ganz gut, was ich von Euch ja auch noch hoffe. Mit meinem Bein geht es jetzt wieder ganz tadellos. Ich gehe jetzt jeden Tag in die Stadt. Wir liegen hier in einem Lazarett in Dnipropetrowsk [nicht exakt lesbar]. Hier kann man so viel Obst kaufen wie man will.. Allerdings ist hier nicht alles so billig wie zu Hause. Nun also auf ein frohes Wiedersehen und alles Gute Eurer Alfred
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27.08.1943 - Im Osten
(Feldpostkarte) Ihr Lieben! Will Euch eben einige Zeilen schreiben. Bin jetzt wieder bei der Komp. , aber noch hinten beim Troß. Werde auch noch einige Zeit hier bleiben. Sonst geht es mir noch gut, was ich von Euch ja auch noch erwarte. Das Päckchen und die Briefe habe ich mit vielen Dank erhalten. Sonst wüßte ich für heute nichts zu berichten. Also recht viele Grüße Euer Alfred
Sinnspruch auf der Rückseite: Die Artillerie zerschlägt die Kräfte des Feindes. Sie bahnt den anderen Waffen den Sieg!
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01.09.1943 - Im Osten
(Feldpostbrief) Lieber Vater! Habe Deinen lieben Brief mit vielen Dank erhalten. Mir geht es wieder gut. Ich bin jetzt schon 10 Tage beim Troß und ich werde morgen früh wieder vor machen. Wie Du schreibst, willst Du ja gerne wissen, wie ich verwundet worden bin, das war am 21. Juli früh 4.30 Uhr. Um 3.00 Uhr griff der Russe zum 1. Mal an, aber wir konnten ihn zurückschlagen. Um 3.45 Uhr wiederholte er den Angriff, bekam aber wieder etwas aufs Haupt. Wie er nun zum 3. Mal angreift, war bei uns die Munition alle und er brach durch, da mußten wir türmen gehen. Kurz bevor wir jedoch in der Auffangstellung waren, bekam ich einen Infanteriedurchschuß durch den Oberschenkel. In der neuen Stellung haben wir aber wieder den Russen ganz schwer aufs Haupt geschlagen. In diesen Tagen standen uns an Russen gegenüber 12 Schützendivisionen und 2 mech. Corps. Erzähl es aber bitte keinem.
Viele Grüße Dein Alfred
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