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Am 1. Januar 1943 hatte Willi noch seinen 34. Geburtstag erlebt. Seine letzte eigene Nachricht vom 4. Januar 1943 lautet:
"Meine Lieben! Erstmals im neuen Jahr möchte ich Euch wieder ein kurzes Brieflein schreiben. Viel kann ich eben nicht schreiben, denn die Wahrheit würde Euch unnötige Sorgen bereiten, doch kann ich berichten, dass ich gesund bin. Post habe ich von Euch schon seit 20.11.42 keine mehr bekommen und die Weihnachtspakete sind alle bei uns nicht eingetroffen.
Was Hungern heißt, kennen wir nun auch schon über 6 Wochen.Und das Hoffen auf bessere Zeiten bleibt auch so lange aus... Und so gibt es Mittags noch Wassersuppe mit etwas Pferdefleisch, Abends 100 gr Brot und zum Frühstück Kaffee mit Zigarette. So war auch mein Geburtstag gewürzt mit dem zur Zeit herrschenden Humor... Ich möchte diese Kostprobe nur mal all denen wünschen, die daheim so gescheit sind und glauben, sie müssten zu viel arbeiten..."
Welch öde Umstände: Ein Kellerloch in den Ruinen mit zerborstenen Scheiben, ohne Heizung, die graue Soldatenkleidung durchnässt, Stiefel und Socken seit Wochen nicht mehr vom Leib gebracht. Von kargen, über dürftige Luftbrücken eingeflogenen Rationen ernährt, lebten sie kämpfend dahin in der Ahnung, schmählich verraten worden zu sein.
Quelle: "Chronik der im Zweiten Weltkrieg Gefallenen der Gemeinde Bodnegg".Verlag Geiger, Horb, 2006 dokumentiert von Agnes Moosmann, Tübingen.
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