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Adamczak, Werner + 24.02.1944
Kondolenzbrief (Abschrift)
 


Köln-Kalk, den 24. März 1944 

Liebe Trauernde Familie Adamczak !                                            

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel trifft mich heute mittag die Nachricht vom Heldentode Ihres lb. Sohnes Werner. Ich spreche Ihnen zu dem herben Verluste meine aufrichtige Anteilnahme aus. Mit Ihnen fühle ich aufrichtig das harte Leid, welches der Herrgott in seinem unerforschlichen Ratschlusse ihnen auferlegt hat. Noch sehe ich Werner in seiner frischen, herzlichen Jungenart im Geiste vor mir - ich kann es noch schlecht fassen, dass auch er nicht mehr leben soll, dass auch er mit so vielen aus unseren Pfarrjugendreihen tot sein soll. Aber es ist die harte Sprache der Wiklichkeit, er kommt nicht mehr in seine irdische Heimat zurück. Dafür jedoch hat er sich eine schönere, bessere Heimat erworben, das Vaterhaus Gottes.

Hier bei Gott, an den er als treukatholischer Junge geglaubt und auf der er seine Hoffnung gestzt hat alle Tage seines Lebens, darf er nun im ewigen Frieden sein. Dieses Haus kennt keinen Kampf und kein Schlachtfeld mit all seinen Bitterkeiten und Härten, hier herrscht der ewige Burgfrieden, hier darf der wckere Kämpfer für sein Vaterland ausruhen von aller Müh und Strapazen seines Erdenkampfes. Gönnen wir also dem lieben Werner diese wohlverdiente Ruhe, dieses herrlichen Frieden im Hause seines himmlischen Vaters.

Gewiss, es ist nicht gerade leicht, einen Menschen in der Blüte seines Lebens zu verlieren und alle Hoffnungen mit jähem Schlag zerbrochen am Boden liegen zu sehen - aber all unsere lieben Gefallenen sind besser dran als wir arme, leidgequälte Menschen in diesem Jammertal. Als Kristenmenschen beugen wir uns in Demut unter den heiligen Willen Gottes, der es anders gewollt als wir alle es dem lieben Werner gewünscht haben. Mit dem frommen Job des Alten Bundes wollen wir sprechen: "Der Herr hat es gegeben, der Herr hat genommen, der  Name des Herrn sei gepriesen". Ihr lieber Werner wird Ihnen dort oben bei Gott ein guter und treuer Fürsprecher sein in dem harten und bitteren Leid. Er hat nun alles Schwere und Harte hinter sich gebracht und freut sich seiner Vollendung in Christus, seinem Heiland. Darum lasst uns nicht trauern, das wäre sicher nicht im Sinne des lieben Werner!

Wir zahlen dem Schmerz den Tribut, der ihm zukommt, aber wir gehen mutig und tapfer ins Leben weiter, weil wir glauben und hoffen, dass unsere lieben Toten bei Gott sind und leben, und dass auch uns einmal die selige Stunde kommt, wo wir sie auf immer und ewig wiedersehen werden. Wie sagt doch Christus so schön zu seinen Jüngern: "Ihr habt zwar jetzt Trauer, aber ich werde euch wiedersehen und diese Freuse wird dann niemand von euch nehmen". Ja, einmal dürfen auch Sie Ihren lieben Werner wieder in Ihre Arme schließen und auf immer mit ihm zusammen sein. Tragen wir darum das harte Kreuz, welches jetzt auf den Schultern liegt, tapfer und stark. Der Herrgott wird Ihnen auf die Fürbitte Ihres lieben Werner hin seine Kraft und Gnade schenken, dass Sie es tragen können und unter seiner Last nicht erliegen.

Die Pfarrjugend von St. Gertrud wird Ihrem lb. Werner stets ein treues Andenken bewahren. Werner zhat seinen Namen i8n der Geschichte dieser Jugend mit seinem Opferblute hineingeschrieben, das er für uns alle in tapferstem Einsatz seines jungen Lebens hingab. So etwas wird unvergessen bleiben. Ich selbst werde des lieben Wernerin meinem Gebete und beim hl. Opfer gerne gedenken, wie ich dieses immer Tag für Tag für unsere gefallenen Brüder aus St. Gertrud tue. Am kommenden Sonntag will ich für seine Seelenruhe das Opfer Christi feiern und erbitte auch ihnen Kraft und Trost, Stärke und Mut im tragen dieses schweren Verlustes.

Ich grüsse Sie in aufrichtiger Anteilnahme

als Ihr ............. Kaplan


 

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erfaßt von: Redaktion, am 12.04.2008

 

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