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Kriegsopfer 

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Wir erinnern an:  
 Nachname Henke
 Vorname Werner
 geb. am 13.05.1909
 Geburtsort Thorn / Westpreußen
 Dienstgrad / Beruf Korvettenkapitän
 Erkennungsmarke
 Truppenteil U-515 / 10. Flottille (Lorient)
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 Todes-/Vermisstendatum 15.06.1944
 Todesland USA
 Todes- / Vermisstenort Fort Hunt
 Todesart Auf der Flucht erschossen
 Erstbestattungsort
 Letzte Ruhestätte/Stadt Fort George G. Meade
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└>  dort Grablage Bild r.o.
 Denkmal / Gedenkbuch Heikendorf-Möltenort
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└>  dort verzeichnet auf Wandtafel
 Weitere Infos
 letzter Wohnort
 Straße
 Auszeichnung - 1 Spanien-Kreuz 06.06.1939
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 Auszeichnung - 2 U-Boot-Kriegsabzeichen 04.05.1941
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 Auszeichnung - 3 Ritterkreuz d. Eis. Kreuzes 17.12.1942
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 Auszeichnung - 4 Eichenlaub zum Ritterkreuz 22.02.1944
(Klicken Sie auf den Link für nähere Informationen)
Henke jedoch fand den ihm gemäßen Wirkungsbereich als Kommandant von U-515, mit dem er zwischen September 1942 und April 1944 24 alliierte Handelsschiffe mit insgesamt 124 000 Tonnen und zwei Kriegsschiffe versenkte, was ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes (im Dezember 1942) und das Eichenlaub (im Juli 1943) einbrachte. In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai 1943 versenkte Henke allein sieben Schiffe des Geleitzuges TS 37 vor der westafrikanischen Küste. Wie die meisten U-Bootkommandanten, und in scharfem Gegensatz zu dem mörderischen Bild, wie es Hollywood-Filme von >Lifeboat< bis >U-571< von den deutschen U-Bootleuten zu zeichnen pflegen, griff Henke niemals Überlebende der von ihm versenkten Schiffe an: Alle Mannschaften und Passagiere überlebten die Torpedierung von fünf Schiffen, bei sechs weiteren gab es nur ein oder zwei Todesopfer.



Die Versenkung eines Schiffes jedoch sollte schicksalhafte Folgen für Henke haben. Der britische Dampfer >Ceramic<, zum Truppentransporter umgebaut und mit gemischter Ladung aus Militärgütern, Soldaten und Zivilisten unterwegs nach Südafrika und Australien, wurde von U-515 am 7. Dezember 1942 nordwestlich der Azoren gestellt und versenkt. Als Henke beobachtete, dass die Rettungsboote zu Wasser gelassen wurden, entfernte er sich mit seinem Boot, um sich den Geleitschiffen zu entziehen, die, wie er annahm, sich nun nähern würden. Doch einige Stunden später erhielt er von der U-Boot-Befehlszentrale Anweisung, zum Schauplatz der Versenkung zurückzukehren und Nachrichten über Auftrag und Bestimmungort des Schiffes sicherzustellen. Als er wendete, geriet Henke in einen Wintersturm, der die Rettungsboote der >Ceramic< zum Kentern gebracht und alle Überlebende in den Wogen hatte versinken lassen, außer einem einzigen, den Henke noch retten konnte. Bei der Rückkehr zu U-Bootstützpunkt Lorient an der französischen Atlantikküste, wurden Henke und sein Gefangener von deutschen Kriegsberichtern befragt, die ihre Aussagen zur späteren Verwendung in Propagandasendungen des Rundfunks auf Band nahmen.



Die Alliierten reagierten im März 1943 ihrerseits mit einer Propagandasendung, worin sie die erfundene Figur eines >Commander Lee Norden< (tatsächlich Lt. Commander Ralph G. Albrecht von der US Marine) auftreten ließen. In der an Empfangsstationen der Deutschen Kriegsmarine übertragenen Sendung beschuldigte >Norden< Henke, die Überlebenden der >Ceramic< mit Maschinengewehrfeuer belegt und dabei mindestens 264 getötet zu haben, wodurch sich der Kommandant von U-515 den Beinamen >Kriegsverbrecher Nr. 1< und das Versprechen seiner späteren späteren Verfolgung verdient habe. Daß die Rundfunksendung eine vollständige Erfindung war, wurde in einer unter "Geheim" herausgegebenen Mitteilung eines hohen Nachrichtenoffizier der US Marine an seinen kanadischen Partner bestätigt: " Tatsächlich ist die ganze Geschichte ein Märchen, und, soweit ich weiß, ist er (Henke) ganz einwandfrei vorgegangen, als er die >Ceramic< versenkte."



Mit der Annahme, daß ihn in der Gefangenschaft möglicherweise die Todesstrafe erwartete, erfüllte Henke trotzdem weiterhin sein Pflicht im Kampf gegen einen materiell und technisch überlegenen Feind, der auch die Fähigkeit besaß, alle Funkmeldungen der U-Bootwaffe mitzulesen. Am 9. April 1944, nach einer 15-stündigen Verfolgungsjagd durch ein Kampfgeschwader der amerikanischen Marine, bestehend aus dem Flugzeugträger >Guadalcanal< und vier Zerstörern zu dessen Schutz, wurde U-515 etwa 700 Meilen westlich Gibraltar versenkt. Henkes abschließende Leistung war es, von seiner Mannschaft so viele Männer wie möglich zu retten, als der Kampf hoffnungslos wurde: 44 von 60 überlebten und gingen in Gefangenschaft.



An Bord der >Guadalcanal< sprach Henke unglücklichererweise über seine Besorgnis wegen der Radiosendung, die ihn als Kriegsverbrecher beschuldigte. Vom Kommandeur des Kampfgeschwaders wurde das prompt benutzt, um Aussagen aus ihm herauszuholen. In dem irrigen Glauben, er werde von britischen Behörden gesucht, um angeklagt zu werden, unterschrieb Henke eine Erklärung, mit den Amerikanern zusammenarbeiten zu wollen im Gegenzug zu deren Zusage, ihn nicht an ihre Verbündeten auszuliefern. Nach Ankunft in den Vereinigten Staaten wurden Henke und ausgewählte Mitglieder seiner Besatzung nach Fort Hunt gebracht, einem geheimen Vernehmungszentrum am Rande von Washington DC. Noch einmal der hohe Marineoffizier, der Henke vernahm: "Wir glauben, dass er später die Wahrheit über den Rundfunk erfuhr. Da er wusste, dass keine offene Straftat begangen worden war, verlor er jegliche Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen gegen ihn. Außer seiner Unterschrift auf einem einzigen Zettel mit der ursprünglichen Erklärung hat er sich einwandfrei verhalten, und er ist offenbar ein starker Charakter und ein guter Offizier."



Aber Henke hatte die Wahrheit hinter der Sendung mit "Norden" nicht erfahren. Ihm wurde wahrscheinlich am 15. Juni mitgeteilt, er solle sich auf die Verlegung nach Kanada vorbereiten. Für Henke bedeutete dies, dass die Amerikaner ihre Drohung wahrmachten; ihn in britisches Gewahrsam und, in seiner Vorstellung, in ein Kriegsverbrechergefängnis zu überstellen. So machte Henke am 15. Juni während seines abendlichen Hofgangs einen selbstmörderischen Fluchtversuch. Er wurde sofort durch Maschinengewehrfeuer getötet, als er über den Zaun stieg. Um die geheime Funktion von Fort Hunt zu verbergen, wurde Henkes Leiche in der selben Nacht nach Fort George G. Mead im benachbarten Maryland gebracht und auf Standortfriedhof beerdigt. Im Lauf der nächsten zwei Jahre wurde er zu 43 weiteren deutschen Soldaten gebettet, die in amerikanischer Gefangenschaft in Maryland oder Pennsylvania an Krankheiten oder durch Unfälle starben. Bis heute ist in den amerikanischen amtlichen Dokumenten als Henkes Todesort " in Ft. Meade" verzeichnet
 
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