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Todesnachricht vom 31.01.1944 ( Abschrift )

Stiege, Max + 29.01.1944

Wilhelm Rosemeyer
Oberleutnant und Kp.-Chef

Sehr geehrte Frau Stiege !

Ich habe die schwere Pflicht Ihnen mitzuteilen, daß Ihr Ehemann, der Gefreite Max Stiege, geboren am 11.8.1909 in Steinwage, am 29.1.1944 bei den schweren Abwehrkämpfen im Raum nordwestlich Kirowograd (Ukraine) in soldatischer Pflichterfüllung getreu seinem Fahneneid für das Vaterland gefallen ist.

Ich spreche Ihnen, zugleich im Namen aller Kameraden, meine tiefempfundene Anteilnahme aus. Möge die Gewißheit, daß Ihr Gatte sein Leben für die Größe und den Bestand von Volk, Führer und Reich hingegeben hat, Ihnen ein Trost in dem schweren Leide sein, das Sie und Ihre Familie betroffen hat.

Ihr Ehemann hat bereits an der Schlacht um Bjelgorod im Juli 1943 teilgenommen, bis er am 12.7.1943 durch Granatsplitter verwundet wurde. Als Gene- sener wieder zur Kompanie zurückgekehrt, kämpfte er im September westlich Charkow und Poltawa mit, vor allem bei der Abwehr täglich neuer russischer Angriffe am Dnjepr. Ganz besondere Tapferkeit bewies Ihr Gatte bei den Kämpfen um Tscherkassy, im Irdynsumpf und nördlich Kirowograd, wo die Kom- panie im Dezember und Januar eingesetzt war. Am 29. Januar 1944 hatte die Kompanie einen Frontabschnitt bei dem Orte Reimentarowka im Bezirk Nowo- Mirgorod zu verteidigen. Ihr Gatte beobachtete aus seiner Stellung die Angriffsvorbereitungen des Gegners. Dabei wurde er von einem feindlichen Scharfschützen offenbar erkannt. Durch einen Schuß in die Brust getroffen, sank er leblos vom Grabenrand zurück, ohne noch ein Wort sprechen zu können. Obwohl sich die Kameraden sofort um jhn bemühten , kam jede Hilfe zu spät. Das Leben hatte ihn bereits verlassen.

Mit ihm hat die Kompanie einen guten Kameraden und tapferen Kämpfer verloren, dessen Andenken stets unvergessen bleiben wird. Er wird in unserem Gedächnis so fortleben, wie er war, ein treuer und unerschrockener Soldat im großen Befreiungskampf des Deutschen Volkes ! Auf dem Kriegerfriedhof in Nikola-Patrinoskoje wurde er am folgenden Tag feierlich mit allen militärischen Ehren beigesetzt. Neben zwei Kameraden, die bei den gleichen Kämpfen gefallen waren, wurde er zur letzten Ruhe gebettet. Seine eigenen Sachen werden Ihnen baldmöglichs übersandt.

Ich grüße Sie in aufrichtigem Mitgefühl !
i. a. Heß, Oberfeldwebel, für den zur Zeit im Einsatz befindlichen Oberleutnant und Kp.-Chef.

 

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erfaßt von: Redaktion, am 09.03.2011

 

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