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In den Tagen vom 7. bis 14. April geriet Neheim zunehmend unter Artillerie- und Tieffliegerbeschuß. Am 14. April ergaben sich dann die letzten deutschen Soldaten. In diesen Kämpfen und Gefechten hatte Neheim 38 Todesopfer in der Zivilbevölkerung und 53 gefallene deutsche Soldaten zu beklagen.
In der Nacht auf den 17. Mai 1943 verursachte ein Fliegerangriff eine unheilvolle Katastrophe für Neheim. 19 Bomber der Royal-Air-Force, beladen mit je einer etwa vier Tonnen schweren Rollbombe, waren im Anflug auf die Eder-, Sorpe- und Möhnetalsperre. Um 00.27 Uhr begann der Angriff auf die nur unzureichend gesicherte Sperrmauer des Möhnesees. Die ersten Bomben verfehlten ihr Ziel, der fünfte Anflug - es war 00.45 Uhr - war erfolgreich. Aus einer Flughöhe von 18 m wurde die Rollbombe abgeworfen, rollte auf die Mauer zu, sank in die Tiefe und detonierte. Die Explosion brachte die Mauer in einer Breite von 30 m zum Einsturz, der Druck des Wassers verbreiterte den Mauerbruch auf etwa 77 m.
Die Wassermassen von etwa 100 Millionen Kubikmetern stürzten in einer 10 bis 15 m hohen Flutwelle, Tod und Verderben bringend, in das Möhnetal und hatten in 25 Minuten Neheim erreicht. Die Einwohner Neheims befanden sich, da wiederholt Fliegeralarm gegeben worden war, in den Luftschutzräumen. Den ausländischen Arbeiterinnen und Arbeitern sowie Kriegsgefangenen war das Verlassen ihrer Unterkünfte untersagt. Aus dem Möhnetal war ein Todestal geworden: 893 Männer, Frauen und Kinder, die in den stürzenden Fluten den Tod Fanden, wurden geborgen und auf dem Möhnefriedhof beigesetzt.
Möhnefriedhof in Arnsberg-Neheim: Die größte Zahl der Opfer hat es in der Stadt Neheim gegeben, heute Arnsberg-Neheim. Selbst in der 40 km von der Sperrmauer entfernten Stadt Hagen soll es noch 30 Opfer gegeben haben. Auf dem "Möhnefriedhof" in Neheim, dem Friedhof an der Möhnestraße, ist ein großer Teil der Opfer bestattet. Man geht von der Möhnestraße in Höhe Haus Nr 117 / 119 die schmale Alleestraße hinauf und erreicht nach ca. 500 Meter den Eingang mit mehreren Hinweistafeln, Bild 4187 und 4188. Im Eingangsbereich finden wir Informationen zur Vorgang vom 17. Mai 1943, einen Lageplan und Hinweise zu den Grabstätten der Opfer der Möhne - Katrastrophe.
Auf dem Friedhof gibt es 3 Gräberfelder für die Opfer: Von der Friedhofskapelle links ist am Ende eines Gräberfeldes das Ehrenmal für die Opfer dieses Ereignisses. Alle deutschen Opfer wurden in einem Massengrab bestattet, was heute nicht mehr besteht. Die gesamte Grünfläche vor diesem Ehrenmal ist das ehemalige Massengrab (Bild l.).
Bei Blickrichtung auf das Ehrenmal findet man am rechten Rand des Massengrabes eine Gedenkstätte der Opfer , die nicht in Neheim bestattet wurden. Ihre Namen sind verzeichnet.
Vom Friedhofseingang aus rechte Hand, etwas am Rande des Friedhofs befindet sich das Gräberfeld (Bild r.) der verstorbenen 43 poln. und 1 russ. Opfer, die sich in einem Lager befanden und so auch Opfer dieser Katrastophe, also Weltkriegsopfer wurden.
Die Stadt Arnsberg gedenkt am Volkstrauertag ihrer Opfer durch Niederlegung von Kränzen an den drei Stätten des Gedenkens.
Gedenkstätte Kloster Himmelpforten: Unterhalb der Möhnestaumauer befindet sich in etwa 8 km Entfernung das Kloster Himmelpforten. Es wurde im Jahre 1804 als Kloster aufgelöst. Die Klosterkirche diente dann ab 1840 als Pfarrkirche für die Ortschaft Himmelpforten, heute Niederense-Himmelpforten. Diese ehemalige Klosteranlage, direkt an der Möhne gelegen, wurde sofort von den ausströmenden Wassermassen erfaßt und vollständig vernichtet. Auch hierüber gibt es geschichtliche Beschreibungen und literarische Abhandlungen, z. B. " Das letzte Läuten von Himmelspforten".
Heute finden wir eine Ruine als Gedenkstätte.

Ein Opfer im Kloster Himmelpforten ist der Pfarrer Berkendorf. Er wollte durch das Läuten der Kirchenglocken in dieser Nacht die Bewohner von Himmelpforten warnen. Bei steigendem Wasser hat er noch das Allerheiligste vor der Vernichtung retten wollen und wurde so selbst ein Opfer dieser Katastrophe.
Zu seiner Erinnerung an ihn ist der Gedenkstein errichtet (Bild r.).
Die Darstellung der Katastrophe ist in einer Holzschnitzarbeit realistisch dargestellt. Auf dem Gedenkstein sind Daten zur Geschichte der Klosterkirche und Pfarrkirche genannt.
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